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Foto:W.Bienek
Am Anfang war das Wort, heißt es. Jedes gute Buch ist der Versuch, dieses eine Wort, mit dem alles begann, wiederzufinden. Viele Autoren versuchen, diesem Ideal nahezukommen. Sie ergreifen ein Wort und wenn sie Glück haben, ergreift, was sie schreiben, andere. Manchmal wird sogar Geld ausgesetzt für ihre Ergreifung.
Reden sind Silber.
Bücher sind Gold.Viele gute Bücher sind geschrieben.
Wenige von ihnen schreiben schwarze Zahlen.Der Leser ist die Braut des Buchhändlers. Um sie will geworben sein. Und das gegen die zahlreichen Geliebten des Lesers: Die anderen Bücher.
Die anderen Bücher?
Und die Theaterstücke?
Die Fernsehsendungen?
Die CD-ROMS?
Die Kinofilme?
Und, und, und...
So buhlen sie um des Lesers Gunst, die Bücher. Locken mit Versprechungen; wollen neue Seiten zum Klingen bringen. Einige Bücher sind Geschenke des Himmels. Zu viele bekommt man "fast geschenkt".
Er liest viel, der Leser. Von Büchern denkt er wie mancher Mann von einer schönen Frau: Er will sie besitzen. Aber dass er ihr treu wäre, sieht ihm nicht ähnlich.
Seinem Verlag hält der Leser die Treue. Es sei denn, die Bücher, die man "gelesen haben muss", kommen von einem anderen.
Leser sind eigenwillige Wesen. Und überdies die einzigen kompetenten Kritiker. Am liebsten lesen sie zwischen den Zeilen. Man muss auf sie achten und auf sie eingehen, sonst sterben sie aus.
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